Mitteilungen‎ > ‎

Für Religionsfreiheit und pluralistische Religionsstrukturen in Nahost und Europa, gegen Antisemitismus, Antizionismus, Islamismus

veröffentlicht um 24.01.2016, 10:02 von Administrator/ Admin   [ aktualisiert: 24.01.2016, 10:04 ]
Einladung zur Podiumsdiskussion
 
Für Religionsfreiheit und pluralistische Religionsstrukturen
in Nahost und Europa, gegen Antisemitismus, Antizionismus, Islamismus
 

Donnerstag, den 18. Februar 2016, ab 19.30 Uhr
Alevitische Gemeinde Berlin
Waldemarstr. 20, 10999 Berlin
 

Im Rahmen der aktuellen Flüchtlings- und Einwanderungsdebatte von Nahost bis Europa, von den Euphratländern bis Paris, Berlin und Köln, spielen die Regeln für das Zusammenleben eine entscheidende Rolle. Zu ihnen gehören die Grundbestimmungen der Menschenrechte und unserer Verfassung, z. B. die Gleichberechtigung von Mann und Frau oder die Religionsfreiheit. Beide Prinzipien und andere Menschenrechte sind nicht nur durch die antisemitische und islamistische ISIS-Terrororganisation ("Daesch") in Frage gestellt. Auch die Erdogan-Türkei weist hier Defizite auf. Durch eine Entscheidung des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofs in Straßburg gegen die türkische Regierung sind die Aleviten in der Türkei als selbständige religiöse Gemeinschaft anerkannt worden. Die alevitischen Eltern dürfen deshalb nicht gezwungen werden, ihre Kinder in einen sunnitisch orientierten staatlichen Religionsunterricht zu schicken. Die Erdogan-Regierung hat die Straßburger Gerichtsentscheidung noch nicht umgesetzt, was auch im Verhalten der von der Türkei kontrollierten DITIB-Moscheen in Deutschland gegenüber den Aleviten zu erkennen ist. Die Türkei hat ebenso frühere Autonomieversprechungen gegenüber den Kurden nicht eingehalten.

Im rückständigen und reislamisierten Frauenbild einiger Islamteile sind partiell größere Gefährdungen vor allem gegenüber nicht-muslimischen Frauen enthalten. Sie sind z. B. zur Zeit der Herrschaft der Muslimbrüder in Kairo oder etwa in der Silvesternacht in Köln bei einem Teil der muslimischen jungen Männer zu erkennen gewesen.

Aleviten aus der Türkei und Kurden haben sich für die Sicherung der religiös-politischen Toleranz, für den Kampf gegen den Antisemitismus und für die politische Akzeptanz Israels, aber auch für allgemeine Gleichheitssprinzipien z. B. im Geschlechterverhältnis engagiert. In Umfragen unter neuen syrischen Einwanderern hat demgegenüber die Hälfte eine bewundernde Haltung zu Adolf Hitler geäußert (vgl. dazu: http://www.zeit.de/2015/40/fluechtlinge-syrer-deutsche-hilfe, Giovanni di Lorenzo, Zu viel des Guten? Warum wir das Reden über die Schwierigkeiten der Zuwanderung nicht Populisten und Hetzern überlassen dürfen, in: DIE ZEIT, Nr. 40, 1. Oktober 2015, Titelseite). Die Palästinensische Gemeinde Deutschland hat im Oktober 2015 in Berlin eine antisemitische und antizionistische Demonstration vor dem Bundeskanzleramt durchgeführt. Dabei wurde die Ermordung von jüdischen israelischen Zivilisten, darunter jüdischen Kindern, gefeiert; die israelische Abwehr als Terror disqualifiziert und Israel als "faschistischer Staat" diffamiert. Diese Art Agitation zielt letztlich auf die Vernichtung Israels ab und liegt in der Tradition der arabisch-palästinensischen, dehumanisierenden Völkermordpropaganda gegen die Juden und Israel. Ingesamt hat sich in der letzten Zeit der Antisemitismus in Deutschland erheblich ausgebreitet. Das gilt für bestimmte Themen von rechts bis links weit über die Hälfte der Deutschen hinaus. Typisch ist dafür z. B. die Unterstellung, Israel behandele die Palästinenser (deren Zahl sich seit 1967 stark erhöht hat) ebenso schlecht wie die Deutschen unter Hitler die Juden.

Wie können wir erreichen, dass zunächst in den europäischen Ländern und später in der Islamwelt bei der Toleranzsicherung und Antisemitismusbekämpfung mit allen dem Staat zustehenden Kompetenzen u.a. in der schulischen Behandlung von Schoa- und Demokratiefragen mehr getan wird? Und dass sich diese Anstrengungen in Deutschland vor allem gegen die verbreitete antiisraelische Völkermordpropaganda richten, aber ebenso gegen die NPD, gegen die islamistischen, antisemitischen Terrororganisationen Hamas, Hisbollah oder ISIS, dessen Menschenrechtsverletzungen auch durch die Terroranschläge in Paris, in Istanbul und in Djakarta sichtbar wurden?

Wir wollen in unserer Diskussionsrunde die damit beschriebenen Fragen diskutieren (vgl. dazu auch den Koordinierungsratbrief an die Bundeskanzlerin vom 9.11.2015 - http://www.koordinierungsrat.org/mitteilungen/Antisemitismus_unter_Einwanderern).

Podiumsteilnehmer/innen:

Ibrahim Emre, Rechtsanwalt, Vorstandsmitglied der Landesvertretung Norden, Alevitische Gemeinde Deutschland - AABF (http://www.alevi.com/de/)
Prof. Dr. Heribert Hirte, MdB (CDU/CSU-Fraktion), Mitglied des Bundestagsausschusses für die Angelegenheiten der Europäischen Union
Ali Ertan Toprak, Vorsitzender der Kurdischen Gemeinde Deutschland - KGD (http://www.kurdische-gemeinde.de), Mitglied des Kuratoriums des Koordinierungsrats
Michaela Engelmeier, MdB (SPD-Fraktion), Mitglied des Bundestagsausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Maya Zehden, stellvertretende Vorsitzende des Koordinierungsrats, Vizepräsidentin der Deutsch-Israelischen Gesellschaft
Rogel Rachman, Gesandter-Botschaftsrat, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit, Botschaft des Staates Israel, Berlin
Josias Terschüren, Initiative 27. Januar e.V., Direktor für Öffentlichkeitsarbeit (http://www.initiative27januar.org)

Moderation:

Klaus Faber, Rechtsanwalt, Staatssekretär a. D., Vorsitzender des Koordinierungsrats deutscher Nicht-Regierungsorganisationen gegen Antisemitismus

Getränkeangebote (Kaffee, Tee, Wasser) und Brezeln von Jewish Berlin Online und Alevitischer Gemeinde.

Wir bitten möglichst bis zum 11. Februar um Anmeldung bei Herrn Daniel Kilpert (kilpert@koordinierungsrat.org).

Melek Yildiz   Rafael Korenzecher   Klaus Faber   Ali Ertan Toprak   Giyasettin Sayan   Harald Eckert

Koordinierungsrat in Zusammenarbeit mit
Kurdische Gemeinde Deutschland - KGD, Alevitische Gemeinde Deutschland - AABF, Initiative 27. Januar e.V., Una Kurd - Kurdische Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V.

Comments